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Geschichte ist eine Darstellungsform und eine wissenschaftliche Disziplin, welche eine Rekonstruktion der Vergangenheit vornimmt, diese deutet, um dadurch ein Bewusstsein für Gegenwart und Zukunft zu schaffen. (Siehe auch Geschichtslexikon)

Was ist Geschichte?

Siehe Hauptartikel: 5 Bedeutungsebenen der Geschichte und 5 Betrachtungsebenen der Geschichte

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Geschichte ist ein Unterrichtsfach, ein Teilgebiet der Geisteswissenschaften und eine Rekonstruktion der Vergangenheit. Als Unterrichtsfach versucht Geschichte, die Vergangenheit der Menschheit so zu konstruieren, dass diese schlüssig und verständlich wirkt. Demnach ist Geschichte als Schulfach eine Darstellung oder Erklärung der Vergangenheit und ist abzugrenzen von der Geschichtswissenschaft, welche versucht die Vergangenheit zu rekonstruieren.

Geschichtsbücher, Zeitschriften, Filme und historische Romane versuchen ebenfalls die Geschichte und deren Ereignisse darzustellen. Ein Historiker versucht stattdessen die Geschichte zu erfassen bzw. sogar zu erschaffen, indem er Urkunden, Erlässe oder andere historische Quellen analysiert und interpretiert und ins historische Zeitgeschehen einordnet.

Neben der Geschichte der Menschheit existieren weitere Bedeutungsebenen der Geschichte, wie die Erdgeschichte oder die Evolutionsgeschichte, welche die Entstehung der Arten oder der Erde erklären (darstellen) sollen.

Wann beginnt die Geschichte der Menschheit?

Die Geschichte der Menschheit beginnt vor 2,5 bis 2,6 Mio. Jahren in Afrika, als Urmenschen zum ersten Mal selbst Werkzeuge herstellten und nutzten. Zu den ursprünglichsten Menschen zählen Homo habilis und Homo rudolfensis.

Nachbildung eines Homo habilis, ausgestellt im im Rama9-Museum in Bangkok, Thailand, Bildnachweis: AKKHARAT JARUSILAWONG / Shutterstock.com

Nachbildung eines Homo habilis

Das erste Werkzeug der Menschheit war der Chopper. Es handelte sich dabei um einen einseitig abgeschlagener Stein, welchen die Urmenschen nutzten, um damit Knochen von Tierkadavern aufzuspalten oder das Fleisch vom toten Tier abzuziehen.

Etwa 1,8 Mio. Jahre alter Chopper aus Dmanisi/Georgien

Chopper aus Dmanisi in Georgien

Man geht davon aus, dass die ersten Menschenarten aus einem Vormenschen (Australopithecus) hervorgingen. Die Geschichte der Vormenschen ist allerdings Teil der Evolutionsgeschichte und wird als Stammesgeschichte oder Stammbaum der Menschheit beschrieben.

Ausstellung eines Vormenschen (Australopithecus) in COSMOCAIXA, BARCELONA, Bildnachweis: frantic00 / Shutterstock.com

Ausstellung eines Vormenschen (Australopithecus)

Aus den Urmenschen gingen die Frühmenschen – wie Homo erectus oder Homo heidelbergensis -hervor. Diese entwickelten die Steinwerkzeuge weiter zum Faustkeil, welcher zum Universalwerkzeug der steinzeitlichen Epoche wurde.

Illustration eines Porträts vom männlichen (rechts) und weiblichen (links) Homo erectus

Illustration eines Porträts vom männlichen (rechts) und weiblichen (links) Homo erectus

Wie heißen die 5 Epochen der Geschichte?

Siehe Hauptartikel: 5 Epochen der Menschheitsgeschichte und ihre Bedeutung

Insgesamt kann man die Menschheitsgeschichte in 5 Epochen unterteilen:

Die Urgeschichte gliedert sich weiter in:

Wie begann die Geschichte der Menschheit?

Die Steinzeit begann vor 2,6 bzw. 2,5 Mio. Jahren gilt als älteste und längste Geschichtsepoche der Menschheitsgeschichte. Die Wiege der Menschheit ist Afrika, von wo aus vor 1,8 Mio. Jahren die Frühmenschen nach Europa und Asien aufbrachen. All das geschah noch in der Steinzeit. Innerhalb der Steinzeit wird weiter unterteilt nach Altsteinzeit, Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit und Kupfersteinzeit (Kupferzeit).

Badajoz, Spanien - 17. Juli 2019: Mittelpaläolithisches Biface bzw. Faustkeil Steinwerkzeug, Bildnachweis; WH_Pics / Shutterstock.com

Der Faustkeil, als universell einsetzbares Steinwerkezug, war Namensgeber der Steinzeit

Den Übergang von der Alt- zur Mittelsteinzeit, vor etwa 12.000 Jahren, beschritt nur eine einzige Menschenart: der Homo sapiens bzw. Jetztmensch.

Neandertaler und Co waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgestorben. Gekoppelt ist der Übergang an ein Klimaereignis, nämlich dem Ende des Pleistozän (Eiszeitalter), was zugleich das Ende der letzten Eiszeit war. Innerhalb der Erdgeschichte begann nun das Holozän, das Erdzeitalter – in welchem sich die Erde noch heute befindet. Fortan konnte sich der Jetztmensch auf allen Kontinenten ausbreiten.

globale Ausbreitung von Homo sapiens mit Jahreszahlen

globale Ausbreitung von Homo sapiens mit Jahreszahlen

Während der Jungsteinzeit geschah der Übergang vom Jäger und Sammler zu Ackerbau und Viehzucht. Dies wird als Neolithische Revolution bezeichnet und brachte der Menschheit eine komplett neue Lebensweise. Die Menschen legten ihr Dasein als Nomaden ab und wurden sesshaft. Es entstand eine Vorratshaltung an Lebensmitteln. Handel von Überschussware wurde möglich. Durch den Überschuss an Lebensmitteln entstand eine höhere Form von Arbeitsteilung mit spezialisierten Berufen. Aus der Urgesellschaft wurde eine Agrargesellschaft mit beruflichen Hierarchien.

Wiltshire, Großbritannien – 3. Juni 2023: Neolithische Hausrekonstruktionen mit Kreidewänden und Strohdächern.

Neolithische Hausrekonstruktionen mit Kreidewänden und Strohdächern.

Mit dem Beginn der Metallverarbeitung wurde der Stein als Primärrohstoff abgelöst und durch Bronze ersetzt. Die Bronzezeit markiert zugleich den Übergang ins metallische Zeitalter. Während der Bronzezeit entstanden die ersten Hochkulturen in Mesopotamien, im Industal, in China und im Alten Ägypten. Das Ende der Urgeschichte ist die Eisenzeit, als die Menschheit lernte, wie man Eisen verarbeiten kann.

Schaubild und Zeittafel zu den Hochkulturen der Bronzezeit, ausgestellt in Neu-Delhi (Indien), Bildnachweis: steve estvanik / Shutterstock.com

Schaubild und Zeittafel zu den Hochkulturen der Bronzezeit

Mit der Erfindung der Schrift beginnt die Frühgeschichte, welche aber keine eigene Geschichtsepoche darstellt, sondern Teil der Urgeschichte, Antike, Altertum ist und mitunter bis ins Frühmittelalter reicht. Der Unterschied zwischen Früh- und Urgeschichte ist, dass Historiker nun Schriftquellen heranziehen können – um die Vergangenheit zu rekonstruieren.

Alte Keilschrift aus Babylon mit Schriftzeichen, welche die Sumerer und Assyrer nutzten

Alte Keilschrift aus Babylon mit Schriftzeichen, welche die Sumerer und Assyrer nutzten

Wozu brauchen wir Geschichte?

Siehe Hauptartikel: 4 Gründe, warum Geschichte wichtig ist

Geschichte rekonstruiert die Vergangenheit und gliedert historische Ereignisse so ein, dass sich ein schlüssiger Zusammenhang ergibt. Dadurch können wir uns als Menschheit identifizieren, in dem Wissen – dass uns die Steinwerkzeuge, die Feuerherrschaft, die Schrift und alle anderen Errungenschaften vom übrigen Tierreich abtrennen.

Außerdem ist die Geschichte einer Region, eines Volkes oder Nation auch identitätsstiftend. Denn durch Geschichte entsteht ein Bewusstsein für die eigene Vergangenheit, wodurch ein Volk eine gemeinsame Identität verspürt, was zu einem Zusammengehörigkeitsgefühl führt.

Gleichzeitig sorgt das Geschichtsbewusstsein auch dafür, dass Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Gefördert wird dies, indem eine Geschichts- oder Erinnerungskultur im Nationalstaat erschaffen und gelebt wird. Diese kann sich mitunter auch als Schuldkultur, Trauerkultur oder Erhabenheitskultur äußern. Schließlich trägt das Ausleben einer gemeinsamen Geschichtskultur und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als Volk zu einem nationalen Wir-Gefühl bei.

Welchen Zweck verfolgt die Geschichte

In der Aufklärung gab es zwei Denkrichtungen, welche den Zweck der Geschichte herauszustellen versuchten. Die eine Denkrichtung wurde von Thomas Hobbes vorangetrieben und die andere von Jean-Jacques Rousseau.

Beide Aufklärer haben sich niemals kennengelernt. Als Rousseau geboren wurde, war Hobbes bereits 33 Jahre tot. Dennoch werden die unterschiedlichen Blicke auf die Menschheitsgeschichte der Beiden, wie bei einem Boxkampf dargestellt. Jede Seite hat Befürworter und Kritiker. Doch die meisten Wissenschaftler von heute folgen dem Menschenbild von Hobbes, da es die heutige Welt bestätigt.

Hobbes Geschichtsverständnis

Thomas Hobbes (1588-1679) schrieb das Buch „Leviathan or Matter“. In diesem Werk entwirft Hobbes den Naturzustand des Menschen, wonach der Mensch von Natur schlecht sei. Nur die Zivilisation mit ihren Gesetzen bringt die Menschheit dazu, sich nicht gegenseitig umzubringen.

Den Zustand vor der Zivilisation beschreibt Hobbes als grausam, armselig, tierisch, ekelhaft und kurz. Die Welt war durchdrungen von Mord und Totschlag. Da der Mensch, laut Hobbes, von einem angeborenen Egoismus angetrieben wird – strebt jeder Mensch nach immer mehr Macht. Das Ergebnis war und wäre heute noch, dass Jeder gegen Jeden immer wieder Krieg führen würde.

Ein Staat gibt somit ein Sicherheitsversprechen ab, wonach sich jeder sicherfühlen kann – solange Vater Staat funktioniert. Beim Zusammenbrechen der Zivilisation würde sich die Menschheit innerhalb kürzester Zeit selbst auslöschen.

Erst die Zivilisation hat, laut Hobbes, den immerwährenden Kreislauf der Kriege beendet. Die Geschichte verfolgt demnach den Zweck, dass sich der Mensch in einem Staat oder Zivilisation ein- bzw. unterordnet, dadurch ein immer höheres Bewusstsein erlangt und zu immer höheren Graden der Humanität aufsteigt.

Rousseaus Geschichtsverständnis

Jean-Jacques Rousseau glaubte an eine andere Welt. Laut seiner Vorstellung war die Zivilisation kein Segen, sondern Gift. Er glaubte, dass im Naturzustand des Menschen, also vor der Sesshaftigkeit und dem Übergang zu Ackerbau und Viehzucht, keine großangelegten Kriege möglich waren. Denn erst mit dem Übergang von Jäger und Sammler Kulturen zur Landwirtschaft entstand so etwas wie Besitz.

Der Besitz und das Anspruchsdenken an Besitztümer ist das Grund, weshalb die Menschheit immer wieder Kriege führt. Im Naturzustand lebte der Mensch in Freiheit, war nicht an einen Ort gebunden und somit auch nicht abhängig von irgendwelchen Besitztümern. Jeglicher Besitz war sogar von Nachteil, da man diesen beim Herumziehen durch die Wildnis mitschleppen musste.

Erst als der Mensch die Landwirtschaft entdeckte und sesshaft wurde, veränderte sich das zwischenmenschliche Verhältnis. Fortan gab es Kriege um Besitztümer. Als sich Menschen zu Gemeinden und Staaten zusammenschlossen, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten – eskalierte die Geschichte der Kriege immer weiter.

Staaten schufen Innovationen, um immer bessere Kriegsmaschinerie herzustellen. Industrien wurden erfunden, um diese Maschinerie herzustellen und dem Feind stets überlegen zu sein. Das jene Innovationen auch der Bevölkerung nutzte, war nur ein Nebeneffekt. Antreiber jeglicher Innovationskraft war ein staatlich gelenkte Militärapparat.

Demnach ist bei Rousseau, anders als bei Hobbes, ein Staat kein Garant für Frieden und Ordnung – sondern genau das Gegenteil. Erst der Staat und die Zivilisation brachten den Krieg über die Menschheit. Geschichte verfolgt demnach seit der Neolithischen Revolution den Zweck, immer bessere Staaten und Militärindustrien hervorzubringen. Diese dienen dazu, die Machtbasis einzelner Staaten zu erhalten und zu erweitern.

Anarchisten, Widerstandskämpfer, Freibeuter und Rebellen wiederholten Rousseau millionenfach. Sie glauben nicht an die Sinnhaftigkeit des Staates und fordern ihre Freiheit zurück.

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Lexikon

Im Geschichtslexikon findest du die Links zu den einzelnen Beitragsseiten. Neben diesem umfassenden Lexikon bieten wir auch ein Steinzeitlexikon an.

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